Die Kirchen Roms

Am Tiber erzählt man sich, dass Rom eigentlich vier Gründer gehabt habe: Zu Romulus und Remus müsse man auch die Apostel Petrus und Paulus zählen. Durch sie stieg die Ewige Stadt nach dem Untergang des Römischen Reiches erneut zur Hauptstadt eines Weltreiches auf - des geistigen Reiches der katholischen Universalkirche.
Nach der Zerstörung Jerusalems als geistigem Zentrum der Urkirche durch Titus stieg das Ansehen der römischen Gemeinde weiter an. In den Wirren der Völkerwanderung übernahmen die Bischöfe von Rom schließlich auch die politische Verantwortung für die Stadt. Die Nachfolger der Apostelfürsten wurden zu Erben der Cäsaren. Das ganze Mittelalter hindurch war Rom der religiöse Mittelpunkt des Abendlandes. Und bis heute ist es die Hauptstadt der eine Milliarde Menschen umfassenden katholischen Kirche.
Es ist daher kein Wunder, dass Rom die an Kirchen reichste Stadt der Welt ist. Allein im inneren Stadtgebiet erheben sich mehr als zweihundertvierzig Gotteshäuser. Viele von ihnen wurden auf Vorgängerbauten errichtet und erfuhren oftmals selbst tiefgreifende Veränderungen.
Neben großen Basiliken, die erbaut wurden, nachdem sich die Kauser zum Christentum bekannt hatten, entstanden auch kleinere, intimere Kirchen, die sich für das Zwiegespräch des Gläubigen mit Gott besser eigneten. Oft wurden sie über dem Grab eines Märtyrers errichtet, dessen Fürsprache man anrief, um sich der göttlichen Gnade zu versichern.

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San Pietro in Vaticano Während der Einweihung der kleinen, fahrbaren Walcker-Orgel im Petersdom, gestiftet vom damaligen...

Santi Ambrocio e Carlo die hier 1930 eingebaute Tamburini Orgel wurde 2009 von Luigi Lombardo restauriert. Wir hatten Gelegenheit diese Orgel mit Luigi zu besichtigen. Dieser Besuch wird hier an einem Video gezeigt.

Il Gesł Zwischen 1568 und 1584 entstanbd diese Kirche. Sie markiert den Beginn des Barock in Rom.

Sant' Andrea della Valle besitzt die zweitgrößte Kuppel der Stadt und faszinierte mich mit einem wunderschönen Orgelgehäuse und dem hier gewohnten Bild der Monumentalität.

Santi Giovanni e Paolo Das Haus der römischen Bürger Johannes(Giovanni) und Paul (Paolo). Beherbergt ein schönes Orgelgehäuse auf der Westwand. Ein wunderschöner Campanile grüßt am Eingang. Dieser Turm ruht auf den Mauerresten eines Claudius-Tempels. Das Kircheninnere wurde 1718 neu gestaltet. Die ursprüngliche Kirche stammt aus dem 12.JH . ORGEL

Santa Maria degli Angeli das völlig unscheinbar am Piazza Republica liegende Gebäude in den verfallenen Diokletian-Thermen erschreckt einen doch seiner gewaltigen Monströsität wegen, wenn man endlich eingetreten ist. Von Michelangelo 1563 gestaltete Kirche! Und was den Orgelfreund erbaut, endlich mal eine Orgel in neuem Gehäuse. ORGEL+DISPO

Santa Prassede An Stelle eines Oratoriums aus dem 2.JH steht diese Kirche deren Ursprünge auf das 9.JH zurückgehen. Die drei Schiffe werden von mächtigen Granitsäulen getragen. Beim Herintreten ins Hauptgebäude durch den Seiteneingang am Chor wird man überrascht den Haupteingang geöffnet zu finden als ein separater Eingang fürs Priesterkolleg, schön gerichtet mit Pflanzen. Es gibt eine Orgel die renoviert werden soll. ORGEL

Santa Croce in Gerusalemme Die Mutter Kaiser Konstantins, die heilige Helena, gründete diese Kirche anno 320 auf dem Grundstück ihres Palastes

Santa Maria in Consolazione Hospitalkirche aus dem 16JH mit einer Orgel, die allerdings etwas raponiert -von sehr weit unten - aussieht. Beeindruckend ist die Kirchenfassade mit sehr schwungvoll gefasstem Oberteil, was Frühbarock signalisiert und innen die elf Seitenkapellen, welche adligen Familien und der Künstlergilde reserviert waren. ORGEL

Santa Pudenziana auf den Mauern eines römischen Senatshauses steht diese wundervolle, kleine Kirche. Ausgestattet mit einem schönen Abendmahlmosaik, das dem Besucher wie ein blauer Juwel entgegenleuchtet. Sehr schöne und seltsame Lichtempfindungen in dieser abgelegenen Kirche. ORGEL

San Martino in Monti Fiel mir sofort auf mit einem wunderschönen Renaissance-Orgelgehäuse ins Auge, das eine Orgel beherbergt, wie mir der Küster sagte, die "rotto" sei. Na, da muß man keinen Google-Übersetzer bemühen, um zu verstehen, was das heißt. In jedem Falle haben sie in San Martino erstmal eine Ahlborn, die uns weit weniger gefällt, als der Rest des Tempels. ORGEL

San Pietro in Vincoli Die Kirche in der sich der legendäre "Moses" von Michelangelo befindet, und der, was weniger bekannt ist, sich genau gegenüber einer recht passabel aussehenden Orgel befindet, die wir natürlich hier so gut es geht abgebildet haben. ORGEL

Santa Maria in Aracoeli Diese Kirche geht auf eine Gründung im 6.JH zurück. Sie findet sich nach einer sehr langen Treppe direkt nebem dem Kapitolsplatz oder neben dem Monument Victor Emmanuelle am Piazza di Venezzia ORGEL

Santa Balbina Die abgelegene frühchristliche Kirche überblickt die Caracalla-Thermen

San Tommas in Formis Der Torbogen von San Tommas in Formis ist mit einem herrlichen Mosaik aus dem 13.JH ausgestattet

San Gregorio Magno Die Kirche verdankt ihre Entstehung San Gregorio Magno (Papst Gregor d.G.) der aus einem alten römischen Geschlecht stammte und im Haus seiner Familiie auf dem Caelius 575 n.Chr. ein Benediktinerkloster gründete. ORGEL

Santa Maria in Domnica Die Kirche überblickt die Piazza della Navicella (kleines Boot), die ihren Namen von einem Brunnen ableitet. Das Maromorschiffchen vor der Kirche soll ein römischer Bürger zum Dank für sichere Überfahrt gespendet haben

Trinità dei Monti Es ist die berühmte Kirche am Ende der Spanischen Treppe. Bei unserem Besuch fand dort gerade ein Gottesdienst in franzöisischer Sprache statt und auch die Orgel fanden wir sehr Cavaillé-mässig gestaltet. Ein Grund dort erneut vorzusprechen und dieses Instrument genauer anzusehen.

Santa Maria Maggiore gilt als die schönste Basilika Roms. Ihren kunstgeschichtlichen Wert verdankt sie dem harmonischen Zusammenspiel diverser Stile. Leider kamen die Epistel-Evangelien-Orgeln rechts und links des Altars nicht in den Genuss architektonisch mit in dieses Lied einzustimmen. ORGEL + DISPO

Santa Maria in Trastevere Dieser vermutlich erste christliche Sakralbau Roms wurde auch zum Zentrum der Marienverehrung. Zwei identische Orgelgehäuse auf Evangelio- und Epistelseite in prächtiger Ausführung haben uns erfreut. ORGEL

San Clemente San Clemente die Dreidimensionale: unterste Schicht= heilige Stätte des Mithraskultes, zweite Schicht frühchristliche Katakombe, dritter Bau= Kirche aus 1108

Santa Maria del Popolo diese Renaissancekirche hat es in sich:1472 errichtet, bieten sich ungeheure Kirchenschätze im Inneren. Caravaggio-Gemälde, Chigi-Kapelle, Delphische Sibylle und Neros Geist, der in der Kirche sein Unwesen treiben soll.

Santa Maria in Montesanto mit der Chiesa Santa Maria dei Miracoli am Piazza del Popolo in Symmetrie gestaltet von Rainaldi (1611-1691) Unser täglicher Spaziergang durch diese beiden Kirchen auf dem Corso zur Arbeit....

Santa Maria dei Miracoli am Piazza del Popolo wurden von Carlo Rainaldi (1611-1691) entworfen

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Kirchen nach Priorität

In der nachfolgenden Prioritätsliste (kombiniert mit Entstehungsdatum) werden Kirchen aufgeführt und mit Links auf unsere Seiten dargestellt. Diese Liste ist für mich als Maßstab zum Besuch für weitere Kirchen von Interesse und vielleicht für den einen oder anderen Internetuser, der, wenn er mal Rom besuchen wird, zumindest eine grobe Orientierung hat, was dort von den 250 Kirchen besucht werden muss.

Die vier Patriarchalbasiliken und Pilgerkirchen

1. San Pietro in Vaticano (Petersdom)
2. San Giovanni in Laterano
3. Santa Maria in Maggiore
4. San Paolo fuori le Mura

Die drei wichtigsten Pilgerkirchen

5. Santa Croce in Gerusalemme
6. San Sebastiano fuori le Mura
7. San Lorenzo fuori le Mura

Spätantike und Frühmittelalter (bis 1000)

8. Santa Constanza
9. Santi Giovanni e Paolo
10. Santa Sabina
11. Santa Pudenziana
12. Santa Prassede
13. Santo Stefano Rotondo
14. Santi Quattro Coronati
15. San Clemente
16. Santa Maria in Cosmedin

Mittelalter (1000-1400)

Renaissance 15.-16 JH

19. Sant' Andrea delle Fratte
20. Santa Maria della Pace
21. San Pietro in Montorio und Tempietto
22. Santa Maria dell' Anima
23. Santa Catarina dei Funari
24. Sant' Eglio degli Orefici
25. San Luigi dei Francesi
26. Chiesa Nuova (Santa Maria in Vallicella)

Barock 17.-18.JH

27. Il Gesù
28. Sant 'Andrea della Valle
29. San Nicola
30. Sant' Ignazio
31. San Carlo alle Quattro Fontane (San Carlino)
32. Sant' Agnese in Agone
33. Sant' Ivo alla Sapienza
34. Sant' Andrea al Quirinale
35. Sant' Antonio dei Portoghesi
36. La Maddalena

dazu Buchempfehlung

von Pierre Grimal, ISBD 3-7630-2247-3

Hierzu gibt es, wie wir erst heute erfahren haben, das fantastische Buch von Pierre Grimal "Die Kirchen Roms - glanzvolle Symbole der Ewigkeit". Wie hätte man den Titel besser wählen können?
Rom und die Vatikanstadt bewahren umfassender als jede andere Metrolpole der christlichen Welt das lebendige Erbe der Kirchenbaukunst. Es reicht von ihren Anfängen im Zeitalter Konstantins des Großen bis zum Gesamtkunstwerk des barocken Sakralbaus.
In diesem Band werden rund 40 der 250 Kirchen des alten Roms beschrieben und mit rund 100 Bildern dokumentiert.

Der Band kommt in einer würdevollen Aufmachung daher, schönes Papier, guter Einband, Lesebändel, prächtiger gesamter Eindruck der eher zur stillen Meditation auffordert als unbändige Wissbegier schnell zu zügeln. Aber auch dem Letzeren kann Genüge getan werden, weil die beschriebenen Kirchen auf einer Mappe und etwas nach Kategorien sortiert aufgeführt sind.
Das Buch wird mich nun gute drei Monate begleiten.
gwm 9.7.10