Walcker-Orgelbau seit 1780

retro 1965

Das im nachfolgenden Link genannte Retro-Video stammt aus 1965. Wer diese Zeit gründlicher verstehen lernen will, sollte es unbedingt ansehen. Walter Supper deutet den organolen Bienenkasten der Zeit. Lautstärke zu Beginn unbedingt drosseln! GottseiDank hat man ihm nicht ein Krummhorn in die Finger gegeben, da wäre der Gaul mit ihm durchgegangen....
Zwei Jahre später war ich mit dem Intonateur Schramm als frischgebackener Lehrling im Hause Suppers.- Es ging wohl um Feineinstellungen zur Ulmer-Münster-Orgel. Supper konnte sich nicht zügeln und musste uns seine Hausorgel in allen Finessen vorführen. Nachdem wir Supper's Haus verlassen hatten, kommentierte Schramm mit breitem Grinsen: "das klang ja wie in einem Bienenkasten". So also waren die Geschmäcker.
Hier also ARD-Retro 1965

Walcker Opus 1763 Libau (Liepaja)

Ein hochinteressantes Orgelprojekt wurde mir vor ein paar Tagen vorgestellt mit der Walcker-Orgel in "Libau". Heute nennt sich die lettische Stadt Liepaja und liegt direkt an der Ostsee westlich ca. 100km von Riga entfernt.
Die Orgel scheint original erhalten zu sein. Es war 1913 ein gewaltiger Umbau der von Walcker durchgeführt wurde, mit erheblichen neuen pneumatischen Relais und etwa 30-50% neuem Pfeifenwerk.
Die Disposition schien mir sehr interessant, auch in Zusammenhang mit der bevorstehenden Einweihung der Walcker-Orgel in St. Michaeliskirche in Hamburg 1914, weswegen ich diese abgeschrieben und unten eingefügt habe.

1763 Libau Dispo

Thüringen und seine Kirchen

Thüringen ist ein seltsames Land, oder ist es so, dass einem Spätheimkehrer das ganze deutsche Land schon langsam als magisch verklärte Illusion vorkommt. Aber in manchen Kirchen wie hier in Westgreussen, da bekommt man schon ein seltsames Kribbeln an den Unterarmen, wenn man hoch zur toten Orgel blickt. Wie konnten sie hier nur diese herrlich unberührte, zurückhaltende Kunst, wie wir das auf dem nebenstehenden Foto sehen, in dieser Reinheit so lange bewahren. Und nun ist es als ob man in ein "abandoned home" zurückkehrt in dem man vor Ewigkeiten Heimlichkeiten ausgetauscht hat. Viele Kirchen und viele Orgeln, so meine ich, sind im Angesichte der finanziellen Schwierigkeiten, die Staat und Kirche in den nächsten Jahren zu überwinden haben, rettungslos verloren. Sterbende Schwäne, die Lohengrins letzte Gesänge lorbeerbegränzt hinaus auf den stillen See tragen, am Ende der Reise in eine böcklinsche Toteninsel einkehrend, an der nur noch Stille herrscht, die von keinem Orgelton mehr gebrochen wird.

ein ganzes Orgelbauerleben

... deutet dieser Rahmen eines II.Manuals an seiner Unterseite an, welche mit dem grünen Filz das I.Manual eines 3manualigen Spieltisches abdeckt, der momentan in unserer Werkstatt restauriert wird. Wir sehen mannigfache Einfügungen von rotem und blauen Filz, aber auch Papierschnipsel, Lederstückchen etc., man könnte geradezu bestimmen, zu welchen Zeitpunkten dies geschah. Die Orgel ist nun über 80 Jahren gebraucht worden und wie sich zeigt, war eben das I.Manual das meistgespielte mit größter Abnutzung. Mehr wird momentan nicht verraten.

Opus 4515 Wellesweiler jetzt in Portugal

... eine kaum zu überbietende Peinlichkeitist diese nachfolgende "Saarland-Story".
Eine Orgel, die musikbegeisterte Portugiesen den Saarländern aus den Händen rissen, weil diese sich nach einer "Vernunftlösung", nämlich einer elektronischen Kiste umgesehen haben, denn die Pfeifenorgel - und nur diese sind Orgeln, hatte etwas Schimmelbefall und außerdem stände ja ein Beitrag zum Erhalt der wenigen Orgelbauer im Saarland auf dem Kostenzettel. Darunter schrieb mir ein altbekannter Orgelfan, auch er werde nun langsam an eine "Vernunftlösung" denken und bald aus der Kirche austreten!
Wieder einmal zeigt sich, dass die Kirche in der Hand einiger Unverantwortlicher sich aus ihrem Kulturauftrag schnell und recht verabschiedet. Wir kennen es, und es bleibt nur zu sagen, dass die Gegenreaktion so oder so nicht lange auf sich warten lässt. Sie werden sich vor Kircheneintritten kaum mehr retten können, dank ihrer Pragmatik und Hopsassa-Musik. Man lädt am Schluss des Informationsaustausches zur digitalen Abendmusik: bringen sie ihre Frau, Alexa und Siri mit zum nachfolgenden geistigen Gespräch, köstlich, es wird wohl sehr theologisch zugehen. (Beitrag Saarbrücker Zeitung) [252 KB]
Es gibt eben in Europa noch Völker die nicht an Erschöpfung durch Konsum leiden, wie es bei einigen Kirchen in Deutschland zu sein scheint. Nachfolgend sehen sie die Bilder des Aufbaus der Orgel in Portugal.
Wir erwarten hier bald interessante klangliche Vorführungen.

Opus 4515 Wellesweiler

Aufbau der Wellesweiler Orgel in Portugal

Auf dem Weg zum perfekten Klang:

Auf dem Weg zum perfekten Klang: Einblick in die weltweit einzige Schule für Orgelmeister in Ludwigsburg Sonntagsblatt - 360 Grad evangelisch
Benjamin Herrmann nimmt eine seiner selbst gebauten metallenen Orgelpfeifen in die Hand, bläst hindurch. Ein hauchiger Ton ist zu hören. Sorgfältig überprüft er den Klang, denn alle Pfeifen müssen fein aufeinander abgestimmt sein.
Herrmann ist einer von vier Orgelbauern in Deutschland, die dieses Jahr ihre Meisterprüfung in der Oskar-Walcker-Schule in Ludwigsburg ablegen.
Die Schule ist die einzige Bundesfachschule für Musikinstrumentenbau und auch die einzige Anlaufstelle weltweit, um einen Meister im Orgelbau zu erhalten. kompletter Artikel als PDF [127 KB]

200 Jahre Eberh. Friedrich Walcker in Ludwigsburg

Auch in Zeiten der Seuche ist es an der Zeit an die Alten zu denken. Und zwar haben wir das Jahr 1820, als Eberhard Friedrich Walcker sich als 26 jähriger Orgelbauer in Ludwigsburg neben dem Schloss selbständig gemacht hat, also ein rundes Jubiläum. Sein Opus 1 steht schon längere Zeit nun in diesem Schloss und bezeugt sein großes handwerkliches Talent. In meinem Büro hängt ein Entwurf von EFW aus dieser Zeit (1825) für Markgrönigen, der in einer solch großartig einfachen

Aquarelltechnik (Bild rechts) erstellt wurde, dass dieses Stück Papier mir schon seit 30 Jahren oder mehr als höchster künstlerischen Anspruch im Bildgestalten schlechthin gilt. Das selbe trifft auf die außergewöhnliche Klanggestaltung des Meisters zu, der von Gerhard Lenter in einem jüngsten Telefonat mir als großes Genie genannt wurde. Aber das wussten wir im Gegensatz zu den Neobarockis ohnehin von Geburt an.
Eberhard Friedrich Walcker wird nun auch imm Frankfurter Personenlexikon mit Bild geführt.

Murrhardt aus einer anderen Perspektive

Selbstverständlich geht es bei dieser Diskussion nicht darum, ob der deutsche Orgelbau weiterhin Orgeln bauen darf oder ob die alten Werke, egal welcher Beschaffenheit sie sich erweisen, grundsätzlich zu erhalten sind. Sondern es geht zum Teil darum, ob wir in einer Zeit, in der die Gräben von Moderne, Historie und Postmoderne sich tagtäglich vertiefen, in der Ökologen und Heranwachsende Rechte für ihre und die nachfolgenden Generationen einfordern und in der die Missverständnisse verfehlter Erhaltungspolitik der letzten 100 Jahre in den Kirchen offen zutage treten.

Hier sei noch anzumerken, dass die alte Theodizeefrage im 19.JH neu an die Kunst formuliert wurde: Wie lässt sich angesichts der Übel in der Welt das vergleichsweise luxurierende Unternehmen der Kunst rechtfertigen? (formuliert von Nietzsche/Safranski).
Also neuökologisch gesprochen: "wie lässt sich Orgelneubau heute noch im Angesichte von Ressourcenverschwendung rechtfertigen, wenn dabei herauskommt, das man die 300 Jahre alten Bachkompositionen nur mit allerneuester Technik befrieden will und kann".

Die Frage ist also, soll, um die Egozentrik von Organisten, Sachverständigen und Orgelbauer bedienen zu können, auf dem Altar der Selbstdarstellung unsere nachfolgenden Generationen geopfert werden? Nicht mehr die Kunst alleine ist also der Übeltäter sondern im Gefolge schleicht sich die Zerstörung der Natur ins Hinterzimmer der Kunst. Die Arterhaltung wird zum Problem. Und nebenbei gesagt waren es doch die Religionen, die der Jetztwelt und ihrer Natur seit Jahrtausenden nur sekundären Rang eingeräumt haben und die der geglaubten Hinterwelt größere Priorität bescheinigt haben als der mit dem Bewußtsein erfahrbaren Welt. Daher haben sie als Vermittler nicht die geringste Chance im Streit zwischen Kunst, Religion und Umwelt Glaubwürdigkeit vorweisen zu können. Dieser historische Fehler, die Vernunft hinter dem Glauben zurückzustellen, macht jede Diskussion zwischen Religionsvertretern und aufgeklärten Mitbürgern zur Farce. (gwm)

Einweihungsschrift von Bornefeld v 1977 [1.678 KB]
Wiedereinweihungsschrift von 1996 [1.556 KB]

Gran Canaria - Walcker Orgeln und mehr

Eine Woche sind wir mit Alejandro auf der Insel gereist, drei Walcker-Orgeln wurden besichtigt. Mehrere Kostenanschläge stehen an. Interessant ist es diese wunderbare und vielfältige Natur und Kultur auf dieser Insel, die parallel zur Sahara liegt studieren zu können. Von vulkanischen Schlünden und columbianischen Visionen geprägt, hat sich mir diese Insel unvergesslich eingeprägt als etwas zutiefst europäisches. Es wird nicht meine letzte Reise dorthin gewesen sein. Hier unser Blog.

Opus 4800 Walcker-Orgel mit Rössler Mensuren

Eine hochinteressante Orgeldisposition vom berühmten Orgelgestalter Ernst-Karl Rößler gibt es in der Peterskirche zu Weinheim (III/62, Bj 1965) zu bestaunen. Die filigranen Aliquoten und wunderbaren Teiltongestaltungen von Rößler sind wahrer Ohrenschmaus, das hat absolut nichts mit den lauten und tumben Cymbeln oder Mixturen der Supper-Gesellschaft und 60er Jahre zu tun. Es ist schön, dass dies auch von den Orgelfreunden in Weinheim erkannt wurde und die Orgel in würdiger Atmosphäre erhalten wird. Hier der Link zum Orgel-PDF der Orgelfreunde. Die Fotografie ist allerdings ein Wagnis besonderer Art, aber daran haben wir uns längst gewohnt, es wurde von mir etwas in den Tiefen aufgehellt, damit man wenigstens die Pfeifen sieht.

Das Orgeljahr 1970 - 50jähriges Orgelbauerjubi

Anlass dieses kleine Jubiläum, meinen 50 Jahre alten Facharbeiterbrief nach dreijähriger Lehre erhalten zu haben, ja überhaupt zu bemerken, dass etwas zu feiern ist, war eine email aus der Brigham Young Universität in Provo, Opus 5258, III/33, Einbau 1970, nahe Salt Lake City. Es war meine erste große Auslandreise, wo ich ganz am Anfang mit Pieter Visser in Philadelphia zusammentraf und wo in der St. Clement's Church ein 9registriges E-Positiv aufgestellt wurde. Wir haben dann in der Folge mehrere Positive und kleinere Walcker-Orgel besucht, um dann schließlich in Salt Lake City zu landen, wo ich bei Mormonen untergebracht wurde und wir täglich nach Provo fuhren, um die neue Konzertorgel zu installieren. Danach gings weiter nach Las Vegas, nach Los Angeles und von dort nach Redwood City (Op. 5206, III/30, Bj 1968, siehe Bild oben) wo elektrische Probleme auf mich warteten.
Es folgten San Francisco, zu den Hippies, Woodstock war gerade mal 8 Monate her, dann weiter nach Eugene, Oregon, Kirche der Mormonen, Op 5344, II/12, wo der Installateur ein Jahr zuvor Maße des Balges als Winddruck interpretierte und so 30mmWS im Hauptwerk festgestellt wurden. Also alles neu intonieren, stimmen, zwei Tage Zeit waren eingeplant. Danach gings weiter in den Norden nach Seattle, Washington zu Verhandlungen um eine neue Orgel. Aus El Paso erhielt ich einen Hilferuf einer Frau, die ihr E-Positiv Jahre zuvor selbst aufgebaut hatte, aber mit den Problemen nicht fertig werden konnte. Wieder daheim konnte ein ganz anderes USA-Gefühl als heute reflektiert werden. Diesen Eindruck bestätigte mir jede Korrespondenz mit Amerikanern, die wie ich, etwas anderes an Freiheit kennen gelernt haben. gwm

Bilder seltsamer Orgelpfeifen

Seltene Orgelpfeifen, so ist unser neuester Blog untertitelt, der eine Sammlung von Orgelpfeifen in bester Auflösung zeigt, die man als normaler Organist oder Orgelbauer so gut wie garnicht mehr zu Gesicht bekommt. Da wäre zuerst mal eine der wohl ältesten Pfeifen auf diesem Planeten zu nennen, die von einer römischen Orgel aus 226 n.Chr. stammt (und dazu einige Kopien, die in römischen Museen heute zu hören und zu sehen sind). Weiteres hier....

Orgel des Monats ist die Walcker in Essen-Werden

Die Walcker-Orgel Opus 885 in der evangelischen Kirche im Essener Stadtteil Werden ist die "Orgel des Monats Januar 2020" der Stiftung Orgelklang. Die von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gegründete Stiftung fördert die Instandsetzung des großen, unter Denkmalschutz stehenden Instruments in diesem Jahr. Es gibt zu dieser Orgel eine ganz vortreffliche CD "Max Reger - Grand Organ Works" von Gerd Zacher. Weitere Info zum Artikel auf evangelisch.de gibt es hier.

Walcker's NEWs & BLOGs

Restaurierung pneum. Spieltisch für San Mateo

Zu diesem Spieltisch haben wir nun einen ergänzenden Blog eingefügt, mit Informationen aus dem Ellerhorst und einer finalen Zeichnung des Spieltisches.
http://blog.walcker.com/pneumatische-spieltische-ergaenzung

Nach rund 6 Wochen Arbeit sind wir endlich soweit die ersten Rohre in den Spieltisch einzuziehen. Wir gehen davon aus, dass man rund 80% der alten Bleirohre wieder verwenden kann, während alle Versorgungsrohre rettungslos verloren sind. Daneben sind 60 Membranen für die beiden Pedalkoppeln neu zu fertigen und einzubauen und 150 schmale Bälgchen für die Manuale und Manualkoppeln II/I, Sub II/I und SuperII/I. Hier auf unserem Blog gibt es weitere Bilder und Hinweise.

Moderne Schlichtheit und Tonvielfalt

Orgeln der Firma Walcker auf der Wesermarsch, ein Artikel der NWZONLINE.DE zeigt, dass auch heute noch Begeisterung über die von der Firma Walcker in den 1960er Jahren erschaffenen Werke herrscht. Die Orgelsachverständige Frau Natalia Gvozdkova beschreibt mit der Reporterin Sarah Schubert drei Orgeln in Nordenham, Burhave und Schweiburg. Interessante Meinungen zu einem schwierigen Thema: zum Artikel

Die dreifache Gestalt einer Walcker-Orgel

Der neugotische Prospekt auf der rechten Seite stellt einen Entwurf dar, der mehr oder weniger für drei Orgeln auf Gran Canaria realisiert wurde.
Wir haben den Auftrag erhalten bei der Orgel für Opus 1990, II/10, p/p Taschen, Bj 1923 den Spieltisch in der Werkstatt zu restaurieren. Weitere Arbeiten ab nächstes Jahr wird der Einbau des Spieltisches und die Restaurierung des Pfeifenwerks sein. Für eine weitere Orgel, mit exakt der selben Gestaltung und Orgelanlage aber mit Kegelladen, sind wir momentan dabei die Kalkulation zu erstellen. Für eine dritte Orgel mit einem modifizierten Entwurf, rechts und links befanden sich nur 3 Principalpfeifen, kommt jede Hilfe zu spät, sie wurde vor 8 Jahren entsorgt, es handelte sich um die Kirche Inmaculado corazón de María.

Dispo in San Matero Op 1990, Bj 1932
I.Manual C-a3

1. Principal 8
2. Clarabella 8
3. Trompa 8
4. LLeno 3f

II.Manual i.SW C-a4
1. Bourdon 8
2. Dulciana 8
3. Voz celeste 8
4. Flauta 4
5. Vox humana 8
Tremolo

Pedal C-f1
1. Gran Bourdon 16
Copula II/I
Copula I/P
Copula II/P
Superoktav II/I
Octava basso II/I
expressivo pour le II.Man
Tutti

frei verfügbare historische Orgeln aus Schottland

so wie dieses nette Örgelchen aus 1830! in Howgate, Midlothian stehen weitere 12 historische Orgeln auf der brexitierenden Insel derzeit zur freien Verfügung. Wir haben diese Informationen von einem Orgelexperten in Schottland, der uns bei unserer Arbeit, eine Orgel von Schottland in den Libanon zu transferieren sehr geholfen hat. Nun, um allen Interessenten diese Infos zugänglich zu machen, haben wir den kompletten Satz auf unserem Blog Verfügbare Pfeifenorgeln aus Schottland mit Bildern und Dispo ausgebreitet. Nun aber, nichts wie hin, nach Schottland!

Ebenfalls als Blog geben wir unsere kurze Disputation über das Thema "Orgel-Spieltechniken" bekannt. Zwei nicht unbedingt unterschiedliche Auffassungen über Spieltrakturen und wie diese von verschiedenen Organisten interpretiert werden. Hochinteressant die Ausführungen des (nicht nur durch YouTube) bekannten Orgelspielers Küchler-Blessing zu einem Thema, das vor Jahrzehnten durchaus von großen Organisten anders gesehen wurde. Küchler-Blessing versus gwm

Neues in unserem Archiv

Die Walcker-Orgel Opus 416, gebaut 1882 mit mechanischen Kegelladen und herrlichem original erhaltenem Pfeifenwerk in der Klosterkirche St. Markus in Saulgau-Sießen ist in jedem Falle einen Besuch wert. Hier haben wir bis auf den Zinnprospekt, der 1986 von Mönch & Prachtel erneuert wurde, komplett erhaltenes Klangmaterial. Im II.Manual Hinterwerk befindet sich eine durchlagende Physharmonika, die durch eigene Mechanik gespielt wird. Interessant dürfte auch der Violonbaß 16' im Pedal sein, der von C-G mit 8'+5 1/3' akustisch gestaltet wurde. Die Orgel ein schönes Beispiel deutsch-schwäbischer Spätromantik. Hier zu finden.

Opus 1328 Hamburg Laeisz-Musikhalle

Diese Orgel wurde 1908 mit 74 Register auf III Manuale und Pedal und elektropneumatischer Traktur gebaut. Vor zwei Jahren kontaktierte mich der SV Steinhilber wegen der Pläne und Unterlagen aus dem Walcker-Archiv von dieser Orgel. Nun steht fest, dass zum krönendem Abschluß der Konzerthaus-Generalsanierung (Gesamtvolumen für die Sanierung rund 25 Millionen) in 2023 eine Rekonstruktion dieser Walcker-Orgel wieder erklingen soll. Die Beckerath-Orgel aus 1950 soll an anderer Stelle wieder aufgebaut werden.
Die Walcker-Orgel aus 1908 wanderte von Hamburg nach Köln-Riehl, St. Engelbert, wo noch Teile vorhanden sein sollen. Man rechnet für die Rekonstruktion mit Kosten von rund 3.000.000 Euro.
Ich bin sehr skeptisch, im Zeitalter von Digital-und Materialtechnik einen Klang hinzubekommen, wie er vor dem I.WK üblich war. Zu einer Zeit, als wir noch Komponisten für Orgel hatten.

Walcker-Positiv D in Italien gelandet

Aus Italien erhielten wir diese positive Nachricht:
Guten Morgen. Ich habe bei Ihrer Firma eine Positivorgel von einem deutschen Orgelbauer gekauft. Die Orgel trägt das Opus 5221 und ich weiß, dass es in einer Dortmunder Kirche war. Ich glaube, es entspricht dem Positiv von Modell D und sollte zwischen 1967 und 1968 gebaut worden sein. Der Orgelbauer, der es mir verkauft hat, hat sehr gut darüber gesprochen.
Die Orgel wurde nach Italien gebracht und befindet sich heute in der Pfarrkirche von Carpignano Sesia (im Piemont). Die Orgel ist in gutem Zustand, wurde aufgeräumt und ich sage Ihnen, wie es sich anhört. Es ist eine gute Orgel, die ein neues musikalisches Leben beginnt!
Beste Grüße Prof. F.D. Organist
So wie es aussieht stand die Orgel in Dortmund-Dorstfeld und wurde unter Opus 4615 in Jahr 1963 gefertigt.

über Bälge...

Nachdem in Motherwell der Motorbalg durch einen Wasserschaden zerstört wurde, habe ich mich über die Feiertage etwas intensiver mit allen möglichen Balg-Konstruktionen beschäftigt. Das war übrigens schon lange geplant, deswegen kommt der Aufputz in ungewöhnlich detaillierter Form daher. Auf dem Internet gibt es zu Balg und seinen Konstruktionen und daraus folgenden

Windanlagen nicht viel zu finden, weil die meisten Orgelbauer sowieso der Meinung sind, ihre Bünde seien esoterischer Natur ähnlich der Illuminaten, da sei jeder noch so banale Handwerksgriff unter dem Siegel der totalen Verschwiegenheit am sichersten aufgehoben.
WEITER ZUM NEUEN BLOG "über Bälge..."

kompletter Walcker-Katalog 1902

Endlich kam die Zeit ein lange vorbereitetes Projekt zum Abschluss zu bringen: der Walcker-Prospekt aus 1902 mit rund 58 Seiten ist nun als online-Galerie verfügbar. Jede einzelne Seite kann als Bild heruntergeladen werden. Diese Bilder haben eine Auflösung von rund 450kB und sind somit in Schrift und Bild optimiert.
Im Jahr 1902 baute Walcker seine 1000ste Orgel nach Danzig. Im Prospekt sind nicht nur die "Riesen" wie Ulm, Boston oder Riga ausführlich dokumentiert, sondern es sind alle Orgeln aufgelistet, die Walcker bis zur Herausgabe des Katalogs 1902 gebaut hat. Hier die webadresse zur online-Galerie der Firma E.F.Walcker & Cie 1902.

english
Finally, the time came to complete a long-prepared project: the Walcker brochure from 1902 with around 58 pages is now available as an online gallery. Each single page can be downloaded as a picture. These images have a resolution of about 450kB and are thus optimized in writing and image.
In 1902 Walcker built his 1000th organ to Danzig. The brochure not only documents the "giants" such as Ulm, Boston or Riga in detail, but lists all the organs that Walcker built up to the publication of the catalog in 1902.
webadresse zur online-Galerie der Firma E.F.Walcker & Cie 1902.

kompletter Sauerkatalog 1929

Vor 90 Jahren hat Oscar Walcker, als damaliger Eigentümer der weltberühmten Orgelbaufirma Sauer einen Katalog erstellt, den wir von 3 Seiten abgesehen, komplett in Form einer Galerie in hoher Auflösung hier zeigen. Damit sind alle Dispositionen, Bilder und Erläuterungen des Verfassers bestens lesbar.
Jedes Bild kann mit Rechtsclick geladen werden. Besonderen Augenmerk verdienen die schönen Werkstattfotos und natürlich die Orgel der Jahrhunderthalle in Breslau. Das Titelblatt stammt übrigens als Aquarell von Oscar Walcker.

english
90 years ago, Oscar Walcker, as the owner of the world-famous organ builder Sauer, created a catalog, which we show here completely in the form of a gallery in high resolution. Thus, all specifications, pictures and explanations of the author are perfectly legible.
Each image can be loaded with right-click. The beautiful workshop photos and, of course, the organ of the Jahrhunderthalle in Breslau (Wroclaw) deserve special attention. Incidentally, the title page is a watercolor by Oscar Walcker.

Neues aus dem Libanon

Dear Gerhard,
I hope you are enjoying Scotland. Yesterday, we had an excellent concert with Klaus playing the organ and Dorothee Mühleisen playing the violin. It was outstanding. Klaus was very happy with the organ. He was amazed that the Oboe was still in tune, and he used it in the concert. This concert with the wonderful skill of Klaus revealed the outstanding beauty of the sounds of our organ.

Dorothee was amazing. Klaus only remarked that the touch of some keys is different, and asked me to ask you to check the touch next time you tune the organ. Thank you for this wonderful pipe organ which is truly a gift from God.
Best regards George
Link zu unserer website dieser Orgel

Weltreisen in Sachen Orgel ....

auf einer Walcker in Alexandria

07.12.18 bis 17.12.18 Khirbet- Beirut- Kairo- Alexandria eine Reise über 8 Orgeln. In unserem Blog Orgelbauer auf Abwegen von Asien nach Afrika wird in hoher Dosis Orgelgeschichte erzählt und zwar wird ein Altes neu durchleuchtet. Die Wenigsten wissen, dass z.B. der Sinai zu Asien, während Restägypten zu Afrika zählt. Also der Libanon ist asiatisch und das Bekaa-Delta ist mit gutem grünem Libanesen gesegnet, was ganz schöne Komplikationen hervorbringen kann, wenn man zuviel davon erzählt, also schweigt man hier laut!
03.12.18 nach 30 Reisestunden wieder im heimischen Bliesransbach gelandet.
01.12.18 San Salvador,
gleich nach unserem letzten Blog 11 gehts nach kurzer Ruhepause wieder zurück nach Old Germany. Da hatten wir nur wenig Zeit ein 3min Video über einen Marsch von Wendy's zur Kirche zu zeigen.
24.11.18 San Salvador, mit unserem 10.Blog, dem vorletzten dieser Reihe, der nach dem Einbau der letzten Pfeifen geschrieben wurde, gehen wir langsam auf Verabschiedungskurs.
18.11.18 San Salvador, unser 9.Blog, Metaphysik am Rande des Vulkans, mit Bildern aus Besuchen des Botschafters und Konsul, aber auch ein Kurzvideo durch die erlöste Stadt oder der Hauptstadt von Mord und Totschlag...

San Salvador Presse

Alemanes devuelven a la vida el legendario órgano de la Basílica de Guadalupe
El instrumento que pasó más de 30 años deteriorado volverá a deleitar con melodías a partir del 1ro de diciembre, cuando sea reestrenado. De fabricación alemana es único en El Salvador y fue donado a la parroquia Nuestra Señora de Guadalupe, conocido como La Ceiba, en 1952 por la familia Safie.

zur Murrhardter Stadtkirchenorgel

Zu meinem Artikel "Murrhardt & die sieben Schwaben" hat sich der zuständige Orgelsachverständige B. Goethe gemeldet. Seine ausführliche Stellungnahme gibts auf unserem Blog. Mein ökologischer Einwand wurde allerdings schlicht übergangen. Zu Goethes Stellungnahme haben wir eine ganze Latte an Kommentaren erhalten, die alles andere als Verständnis für dessen Darlegung offenbarten. Außerdem wurde uns die CD "Helmut Bornefeld- Das Choralwerk" aus 1988 geschickt, die wir aus lauter Begeisterung hier gleich hochgeladen haben. Sowohl Booklett und Musik können dort heruntergeladen werden. Wir haben außerdem in einem Blog dazu Stellung bezogen.

Walcker-Orgel in Edinburgh Bj 1902

Great (in bass case on left)
1. Open Diapason 8 (most facade pipes
2. Hohl Flote 8
3. Dolce 8
4. Octave 4
5. Harmonic Flute 4

Swell (in treble case on right)
6. Lieblich Gedeckt 16
7. Lieblich Gedeckt 8
8. Geigen Principal 8
9. Aeoline 8
10. Voix Celeste 8
11. Geigen Principal 4
12. Horn 8

Pedal
13. Open Diapason 16 (partly metal
14. Subbass 16 (wooden, in left hand, bass case)

Couplers (stops under Great keyboard)
Swell to Great
Swell to Pedal
Great to Pedal
Swell Super Octave
Great Super Octave

Eberhard Friedrich Walcker Geburtshaus

Maul-Orgel in Bliederstedt eingeweiht

….von Saulus zu Paulus könnte man bei dieser Orgel sagen, oder eine höhere Einsicht hat in diesem Dorf mit rund 35 Einwohner und einer Kirche aus dem Jahr 950 gewaltet. Uns hat es jedenfalls sehr gefreut hier mit begeisterten Menschen … Weiterlesen

Der Beitrag Maul-Orgel in Bliederstedt eingeweiht erschien zuerst auf blog.walcker.com.


AeolineBlog

Cor anglais in der Schyven-Orgel zu San José

Das Cor anglais 8′ im II.Manual (Positif) der dreimanualigen, mechanischen Schyvenorgel war mindestens seit 50 Jahren unspielbar. Und es ist auch jetzt nicht unbedingt ein ausgeglichenes Musterbeispiel für durchschlagende Zungen. Aber wir konnten in Anbetracht sehr begrenzter Zeit wenigstens die … Weiterlesen

Eberhard Friedrich Blog

Eberhard Friedrich Walckers Stellungnahme gegen Pneumatik & pro Barker

Von dieser Stellungnahme aus dem Jahre 1868 haben wir hier ein Abschrift, aus der man die Schlussfolgerung des Meisters nachvollziehen kann. Es spricht sich ausdrücklich für den Barkerhebel aus und gegen die von dem Briefpartner bevorzugten und angebotenen pneumatischen Registertraktur. … Weiterlesen

OrgelbuchBlog

Die Orgel – eine seltsame Kulturgeschichte

zu Karl-Heinz Göttert „Orgel – Kulturgeschichte eines monumentalen Instruments“ Nein, ich habe mir dieses Buch nicht gekauft, es wurde mir wegen irgendwelchen Bildern, die aus unserer Webseite dort Verwendung fanden, einfach so zugeschickt. Jedoch habe ich noch nie ein Orgelbuch … Weiterlesen

Opus séquentiellement