Lust auf Berlin

Lust auf Berlin (2/07) Dort, wo der Protestantismus unter Denkmalschutz steht - und dort, wo man beim Betreten des Wahrzeichens jenes Protestantismus, dem Berliner Dom, um Eintrittsgeld gebeten wird - dort eben, in dem nun touristisch aufepäppelten Berlin, in den ersten Frühlingstagen Lust zu bekommen, fällt nicht schwer. Und es fallen einem all die Widersprüche der Stadt so kontrastreich in die Augen, über die die Berliner eben so geistreich zu diskutieren bereit sind, in der U-Bahn, am Tresen, beim Abendessen, wie sie bereit sind, sie des Lebens und der Lust willen zu ignorieren. Eine lebenslustige Stadt also, ganz anders als Wien, wo der Tod die erste Geige spielt. Damit reiht sich Berlin eher in die romanisch geprägte Welt ein, wie Italien oder Frankreich, wo man Jugend, Schönheit und Eleganz anbetet. Weisheit und Altersmilde, wenn sie denn kommen, sind sie späte Gäste.