Opus 876 Motherwell

Motherwell feiert die Walcker-Orgel

Übernahme der Walcker-Orgel im Rahmen des Flowerfestivals am 7.September 2013

mit Orgelkonzerten von 5 Organisten aus Glasgow und Umgebung. Dazu findet ein Flowerfestival statt, das in Schottland eine lange Tradition hat. Wir sind dazu nach Motherwell gekommen, um die Orgel nochmal durchzustimmen und verschiedene Treffen mit Orgelinteressenten aus der Gegend zu führen.
Die Organisten der St. Andrew Church haben die Orgel inzwischen ins Herz geschlossen und sind vom Klang dieser Orgel aus 1900 zutiefst angetan. Für uns war es eine sehr aufschlussreiche Arbeit, die sich mit zwei Teilarbeiten rund 2 Jahre hinzog.
Live aus dem Konzert David Hamilton, Glasgow, der mit 2 x JSB, Mendelssohn, Max Reger, Suite gothique von Boellmann und dann bei Karg-Elert angelangt ist und dessen Konzert von der Kirche aufgezeichnet und via Tube gezeigt wird, kann gesagt werden, dass die Orgel wunderbar für solche kleinen Konzerte geeignet erscheint.

Kevin in Motherwell

Disposition

0876 Motherwell
Windladen: Kegelladen – pneumatic cone-chest system
I.Manual C-c4=61 Noten GREAT II.Manual C-c4=61 Noten SWELL
1. Bourdon 16’ Holz 11. Lieblich Gedackt 16’ Holz
2. Open Diapason 8’  Probezinn, Prospekt, 12. Gedackt 8’ Holz
3. Double Flute 8’ Holz 13. Small Diapason 8’ 12 Holz, Rest Metall
4. Dulziana 8’ Metall 14. Echo Gamba 8’ Metall
5. Viola di Gamba 8’  Metall (nach Dolce) 15. Voix celeste 8` von 4’ an Metall
6. Harmonic Flute 4’  Holz 16. Principal 4’ Metall Fs Mensur
7. Principal 4’ Metall E-Mensur 17. Rohrfluite 4’ Metall
8. Fifteenth 2’ Probezinn, 1 Ton enger 18. Cornett 8’ 3 fach Metall
9. Mixtur 2 2/3’ 3fach von Metall 19. Horn 8’ Metall
10. Trumpet 8’ Metall 20. Oboe 8’ Metall
Pedal C-f1= 30 Noten Swell to Great
21. Diapason 16’ C-H Holz, Zinn Prospekt   Great to Pedal
22. Subbaß 16’ von Holz, F Mensur Swell to Pedal
23. Violoncello 8’ aus Metall Swell Superoctav
Swell Suboctav
Tremulant for Swell
Balanced Swell Pedal
Gerneralcrescendo and Diminendo
Tutti

Service from 16.09. with restaured organ

Motherwell Klangvorführung

Vor einem ausgesuchten Publikum, bestehend aus dem Hauspersonal und Mitgliedern des Kirchenrates, erklang heute am 12.09.2012 die Walcker-Orgel Opus 876 aus dem Jahre 1900 nach langer Schweigezeit wieder.
Alle Anwesenden waren begeistert. Und wir konnten endlich nach einem Teufelsritt auf der Orgel unsere Abschlußrechnung dem Kirchenvorstand überreichen.
Das angeheftete Klangfile [2.951 KB] dieser pneumatischen Orgel, die erst zur Hälfte eingesetzt werden kann, soll nur zeigen, wohin unsere Reise ging. Nach endgültiger Fertigstellung im Frühjahr 2013 sind bereits Konzerte führender Orgelmeister aus Deutschland geplant.

Geschichten am Rande der Restaurierung

++++ vergangenen Donnerstag, es war der Moment, als ich das erstemal diese magisch verklärte Gambe im Hauptwerk in Motherwell reingestellt, gestimmt, und ohne irgendeine Pfeife berührt zu haben, ein paar Akkorde am peumatischen Spieltisch ausprobiert habe. An nichts Bösartiges denken zu wollen, zog ich Bourdon, Doppelflöte, Dulciana abwechselnd dazu. Ganz langsam öffnete sich Raum und Zeit und der Kirchenraum wog sich in einem seltsamen Licht bis eine glasige Stimmung hinter den regenverhangenen, bleigerahmten Kirchenfenstern sich um die Orgel Platz schuf. Eine träumerische Sequenz stellte sich ein und sollte jäh unterbrochen werden vom Heizungsbaugesellen, der wieder mal einen der undichten Heizkörper repariert hatte. Er kam zu mir an den Spieltisch. Mit Schrecken bemerkte ich, dass dicke Tränen von seinen geröteten Augen auf die Wangen tropften. Hinter ihm stand der Ire Alfi, seines Zeichens Kirchendiener, der ein vergleichbares, entsetzlich verzerrtes Gesicht vor sich hertrug. Der Heizungsgeselle reichte mir die Hand und sprach in seinem grausig entstellten Englisch, das hierzulande die Schotten vermeinen als Sprache bezeichnen zu dürfen, "that was the first time I heard an organ, and it was so scheieen". Das letzte Wort muss aus einem gälisch-keltischen Zungenbruch herstammen, soll aber andeuten, dass sein Herz im Anhören dieser goldenen Klänge höchste Genugtuung empfand. Auch der Ire Alfi setzte nun ein heftig zu schlunzen und zu breiern und ich hoffte nur mit einem staccatoartigen Abruch der langsamen Akkorde, dem teuflischen Spiel ein rasches Ende bereiten zu können. Aber nein, die beiden mussten wieder und wieder ihre Zustimmungen zu dem Gehörten in, wie bereits besagter, grässlich entstellter Sprache, die eher an ein ungezogenes Hundebellen erinnerte, zum Besten geben.
Und da glaube einer, die Schotten verstehen nur etwas vom Dudelsack und vom Ambosswerfen.
gwm Sept.12

Letter from Motherwell

Dalziel St. Andrew’s Parish Church
“The Kirk at the Cross”
Motherwell, 21 November 2012

-------------------------------------------------------------------------------------------
Walcker Pipe Organ

Dear Gerhard,

We were so pleased to meet you and Andreas at our Thanksgiving Service on Sunday 28th October 2012, it proved to be very special and emotional for all of us. Having been two years without our Walcker organ, it was a real pleasure to listen to its “unique Romantic sounds” once again; we are delighted that it is almost fully restored to its former glory and now look forward to the next phase of refurbishment beginning in March/April 2013.

It was only after a long and thorough research and competitive tendering process that we were pleased to award a contract to refurbish the organ to G. Walcker & Sons Germany, everyone is now well aware that the task of refurbishment was given back to the original builders. You, Gerhard and your sons, Alexander and Andreas, have to be congratulated for your total devotion and attention to detail from day one of the contract. There were occasions when problems arose such as having to re-route recently installed under floor heating pipes, rewire some electrical cables and re-route the air flow to the organ. Zoltan, your specialist pipe repairer, flew in from Hungary to repair damaged pipes, which you explained were critical to the overall performance of the organ.

We here at Dalziel St. Andrew’s Church were delighted that you were able to complete the contract ahead of time thus allowing us added time to prepare for our Service of Thanksgiving to God. The organ performed magnificently that day, as the service came to a close we were all delighted when our Musical Director, Eric Geddes, combined the organ with our traditional Scottish pipes in playing the wonderful tune “Highland Cathedral” I am assured that many tears were shed at that time.

To conclude, may we wish you and your family every blessing, have a wonderful Christmas, we shall meet again soon.
Yours sincerely,

Douglas Graham
Property Convenor
CHURCH OFFICE : Mrs Helen Lawson staffs the office on Monday, Wednesday and Friday from 10.00 to 1.00pm. Tel : 01698 264097 e-mail : office@dlsa.org.uk

Spieltisch Motherwell

Dieser rein penumatische Spieltisch von der Walcker-Orgel Op.876, Motherwell, Schottland, befindet sich momentan zur Restaurierung bei uns in der Werkstatt, worüber wir hier berichten wollen. Interessant ist, wie Walcker die Pneumatik bei diesen Drawstop-Zügen realisiert hat. Wir haben hier auch einen Tritt für die Crescendo-Walze und einen weiteren Tritt, der allerdings ins Leere geht, für die Vox humana.

Motherwell - Panopticum

Arbeiten in Motherwell, Scottland

Arbeiten in Motherwell, Schottland

Motherwell - Rückseite des Spieltisches 3 Etappen

First Contact

Skotch Goth

Good bye Motherwell

Scotland organs

 

Smart Scotch Roadstory on my google+

smart scotch roadstory: 3 days in the highlands, 3 days on the road in paradise, 3 days and 6 organs. From Edinburgh to Dundee (Walcker) to Kingussy (Irish peumatic slider-chest-organ) to Tomintoul (Walcker) to Inveravon (center of Scotish Whisky, Hill organ) to Motherwell (Walcker - Inauguration of the organ!!) to Glasgow (Kögler) - sorry but we didn't have the chance to see the monumental Harrison-Harrison organ in Dundee, but we saw the most beautiful Highlands from sunny to cloudy to snowy. Absolutly amazing.
3 days of hard work - what you dont see - but also 3 days of beeing with the wonderful Scotish folks and landscape in contact. Of course, the landscape pics are made by smart-phone. See the Smart Scotch Roadstory on my google+ account with the geotags.

Differentiated wind pressure in German Romantic

The drawing upon encountered an error, which we hear often in discussions about organ history : but also in German Romantic some organbuilder like Walcker worked with differentiated wind pressure at reeds. On the drawing we show upon (it is ithe Walckerorgan from 1900 in Motherwell, Scotland) with a pneumatic cone-chest, founded by Carl Walcker, where relatively simple the difference of pressure is made. Much more complicated it is on a slider-chest to get different wind pressure at each register. Here we have Horn and Oboe therefore be controlled with 115mm WS, while the rest of the Swell is "normal" driving with comfortable 87mmWS. When I see the double tracker action and separated chest of valves at Aristide Cavaillé-Coll-organs, I mean, we have here a really good German "ART" of wind conditions.

Motherwell: Wenn Sub- und Superkoppel zum Horn 8' [2.015 KB] im Schwellwerk gezogen werden haben wir eine Power, die einer mehrfachen Zungenbatterie gleichkommt. Die tubaverliebten Engländer waren ganz außer sich vor Begeisterung, als wir Ihnen das seit mehreren Jahrzehnten unspielbare Schwellwerk mit diesen Funktionen vorführten.
Der Grund für diese Unspielbarkeit, war der rechts gezeigte Koppelapparat, der bei geringster Undichtigkeit zu quälenden Heultönen führt. Auch mit Windführung unter 120mm Druck im Spieltisch funktioniert das Ganze recht unpräzise, sodaß wir nun eine maximale Repetitionsmöglichkeit geschaffen haben. In den vergangenen Tagen aber konnten wir zeigen, was in dieser Orgel steckt. Mit Tutti und Koppeln schlägt dieses 23 Register umfassende Werk jede Neobarokko mit 40 Register um Längen. Wenn zum Horn 8' das Gedackt 8 und Liebl. Gedeckt 16' gezogen werden, blüht der ganze teppichverlegte Kirchenraum auf, und die Wärme welche vom Holz veredelt durch die dudelsackgetrübten Ohren zieht, zeichnet auch den Schotten vielfältiges Leuchten ins Gesicht. Die Sub-Superkoppeln des Swell werden bei Koppelung ins HW mitübertragen, was eben beim Tutti von großen Vorteil ist. Nach drei Monaten Schwerstarbeit denkt man langsam daran wieder zurück ins Hunnenreich zu kehren. Aber zwei Wochen werden es noch werden. (gerhard@walcker.com)